Defossilisierung der Chemieindustrie – mit Maike Lambarth, Cyclize | DeepDive CleanTech #117

In dieser Folge von DeepDive CleanTech spricht Saskia Burzynski, Team Lead PR bei DWR eco, mit Maike Lambarth, Mitgründerin und CEO von Cyclize, über die Frage, wie sich die Chemieindustrie defossilisieren lässt. Cyclize, ein Spin-off der Universität Stuttgart, wandelt gemischte Abfälle und CO2 über ein nicht-thermisches Plasma-Reforming in Synthesegas um, eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, aus der sich Kunststoffe, Kraftstoffe oder Düngemittel herstellen lassen. Das Verfahren liefert einen Grundbaustein, den die Chemie bislang aus Erdgas gewinnt, und schließt den Kohlenstoffkreislauf, ohne die etablierte Wertschöpfung dahinter anzutasten.

Im Gespräch geht es um Maikes Weg von der Forscherin zur Unternehmerin und darum, warum das Team seinen Prozess nicht publiziert, sondern selbst zur industriellen Reife gebracht hat. Lambarth erklärt, warum Cyclize ohne Vorsortierung des Abfalls auskommt und was das Plasmaverfahren von mechanischem Recycling, Depolymerisierung und Pyrolyse unterscheidet. Sie ordnet ein, wo das Unternehmen heute steht, von der Pilotanlage in Stuttgart über die industrielle Anlage, die in den Chemiepark PCK Schwedt überführt wird, bis zur laufenden Series-A-Runde und der ersten großindustriellen Anlage. Außerdem spricht sie über die ungeklärte Massenbilanzierung beim chemischen Recycling auf EU-Ebene, über Genehmigungsverfahren, in die eine neue Technologie nur schwer passt, und über ihre Erfahrungen als Gründerin in einem männerdominierten Deep-Tech-Umfeld, in dem nur rund zwei Prozent des Wagniskapitals an weiblich geführte Unternehmen gehen.

Less Energy and Water for Data Centers: The Power of Filtration – with Kurk Wilks, MANN+HUMMEL | DeepDive CleanTech #116

In this episode of DeepDive CleanTech, David Wortmann talks with Kurk Wilks, President and CEO of MANN+HUMMEL, about a product most people only notice once it fails: the filter. The Ludwigsburg-based filtration specialist, celebrating its 85th anniversary this year, sums up its purpose in a single sentence, namely separating the useful from the harmful. Its strongest new growth driver has become AI data centers, where around 40 percent of energy demand goes into thermal management. This is exactly where filtration comes in, on the air side against particles and corrosive gases and in the treatment of cooling water.

Wilks explains why a good filter pays off, pointing to the interplay of energy consumption, operating costs and carbon footprint. Another topic is the handling of PFAS: MANN+HUMMEL filters the forever chemicals out of water while working to gradually replace them in its own membranes with fluorine-free alternatives. An episode about how a German family business grows between regulation, the data center boom and the circular economy, and what role filtration plays in clean air, clean water and clean industry.

Grüne Chemie: Produktion nach Europa zurückholen – mit Sonja Jost, DUDE CHEM | DeepDive CleanTech #115

In dieser Folge von DeepDive CleanTech spricht David Wortmann mit Sonja Jost, Mitgründerin und CEO von DUDE CHEM, über die nachhaltige Produktion von Medikamenten. Die konventionelle Wirkstoffherstellung ist erdölbasiert, verursacht mehr CO2-Emissionen als die Automobilbranche und hängt weitgehend an Lieferketten aus Indien und China. Gleichzeitig gibt es in Europa über 300 Wirkstoff-Engpässe, während viele Produktionsanlagen freie Kapazitäten haben.

Sonja erklärt, wie DUDE CHEM mit den Prinzipien der grünen Chemie ansetzt: effizientere Synthesewege, weniger Reaktionsstufen, Produktion in Wasser statt in erdölbasierten Lösungsmitteln. Als virtueller Hersteller arbeitet das Berliner Unternehmen mit einem Netzwerk europäischer Lohnhersteller zusammen und konnte eine erste Wirkstoffproduktion aus Indien zurückholen, zu einem günstigeren Preis. Im Gespräch geht es außerdem um Gesundheitsversorgung als kritische Infrastruktur und die Frage, warum Nachhaltigkeit in der Chemie kein Kostenfaktor sein muss, sondern ein Kostenvorteil sein kann.

Revolution auf dem Strommarkt: Verbraucher als Kraftwerk – mit Bastian Gierull, Octopus Energy | DeepDive CleanTech #114

Wie wird aus einem klassischen Strommarkt ein flexibles Energiesystem, in dem Haushalte, Wärmepumpen, E-Autos und Batteriespeicher eine zentrale Rolle spielen?

In dieser Folge von DeepDive CleanTech spricht David Wortmann mit Bastian Gierol, Deutschlandchef von Octopus Energy, über den Wandel des Energiemarkts, die Rolle von Software und Flexibilität und die Frage, warum die Energiewende rückblickend vielleicht einfacher gewesen sein wird, als sie heute oft dargestellt wird.

Octopus Energy versteht sich nicht nur als klassischer Energieanbieter, sondern als technologiegetriebenes Unternehmen. Im Gespräch geht es um erneuerbaren Strom, Smart Meter, Wärmepumpen, E-Mobilität, Batteriespeicher, flexible Tarife und die Softwareplattform Kraken.

Außerdem sprechen David und Bastian darüber, warum Kundenzentrierung im Energiemarkt lange unterschätzt wurde, welche Macht Verbraucher in der Energiewende haben und wie Regulierung den Wandel beschleunigen oder unnötig teuer machen kann.

Hunting Invisible Climate Gas from Orbit – with Daria Stepanova, Airmo | DeepDive SpaceTech #3

In this DeepDive SpaceTech episode, David Wortmann speaks with Daria Stepanova, CEO and co-founder of AIRMO, about a climate gas that has long stayed out of sight: methane. It is responsible for around 30 percent of current global warming, yet roughly 70 percent of leaks go undetected, costing the energy industry billions in lost gas every year. The tricky part is not the fix. A leak can be sealed and an open vent closed quickly. The real challenge is finding it, because methane is invisible.

This is where AIRMO comes in, with a proprietary sensor suite that measures the gas through its absorption lines in the shortwave infrared and pairs a spectrometer with a micro-LiDAR system for higher accuracy. Daria explains how the company combines drones, aircraft and satellites into a monitoring approach that spans from a few metres to 500 kilometres from the source, why it still relies on public satellite data today, and how a first proprietary mission with partner EnduroSat is set to grow into a constellation of more than twelve satellites for global, near real-time monitoring. The conversation covers AIRMO's customers, from energy companies such as Uniper to gas storage and pipeline operators across Europe, Central Asia and the Middle East, the role of the EU Methane Regulation as a driver, and the question of how a view from space can reveal one of the fastest levers in climate action.